Reverse Recruiting, wenn Arbeitgeber aktiv suchen Foto von rawpixle Unsplash

Reverse Recruiting – wie beeinflusst es Freelancers oder Consultants

17 Juni 2018 - Priska Burkard

Rekrutiert der neue Job Sie? Eine neue Ära beginnt, in welcher der Job Sie findet – die Ära des Reverse Recruitings. Wir alle kennen den Begriff Recruiting. Es ist der Prozess der Identifizierung und Einstellung des bestqualifizierten Kandidaten für eine freie Stelle. Das Gegenteil davon muss der Prozess der Identifizierung der besten Stellenausschreibung für einen Kandidaten sein. Aber was ist dieses neue Konzept namens Reverse Recruiting genau? Wie wirkt es sich auf das Arbeitsleben im Bereich Projektmanagement aus? Entdecken Sie den Prozess des Reverse Recruiting mit diesem Blogpost, gefolgt von einer Diskussion über den Einfluss auf Unternehmen, Freelancern und Consultants, welche im Bereich Projektmanagement tätig sind.


Vom Recruiting zum Reverse Recruiting

Wenn Unternehmen einen Mitarbeiter suchen, veröffentlichen sie eine Stellenanzeige in der Hoffnung, zahlreiche Bewerbungen von geeigneten Personen zu erhalten. Laut einer Umfrage, die Ernst & Young mit 3'000 mittelständischen Unternehmen in Deutschland durchgeführt hat, wird es immer schwieriger qualifizierte Mitarbeiter zu rekrutieren. Viele der Bewerber erfüllen nicht die Anforderungen der ausgeschriebenen Stelle. Es gibt eine neue Lösung dies zu verhindern – das Reverse Recruiting. Nicht mehr sind es die jobsuchenden Personen, die sich auf verschiedene Stellenanzeigen bewerben, sondern die Unternehmen mit einer offenen Stelle kontaktieren die potentiellen Mitarbeiter. Die Personalvermittler sprechen die potenziellen Mitarbeiter auf Messen oder Online-Plattformen wie Xing oder LinkedIn an und machen ihnen ein Angebot. Bei der Methode des Reverse Recruiting tauschen Unternehmen und Mitarbeiter Rolle. Das Unternehmen bewirbt sich beim potenziellen Kandidaten. Der Kandidat hat dann die Möglichkeit zu akzeptieren oder abzulehnen.


Den Richtigen online finden

Es gibt bereits einige Reverse Recruiting-Plattformen. Der Prozess ist wie folgt:

  1. Die Kandidaten melden sich mit ihren Fähigkeiten und Expertisen und stellen ihr Profile für die Suche zu Verfügung
  2. Das Unternehmen definiert die Fähigkeiten und Expertisen, die sie suchen, durch Eingabe der entsprechenden Informationen
  3. Die Plattform stimmt die Anforderungen mit dem passenden Kandidaten in der Datenbank ab und ermöglicht den Zugriff auf diese Profile
  4. Das Unternehmen kann sich dann direkt mit dem Kandidaten in Verbindung setzen

Die heutige fortschrittliche Technologie ermöglicht und unterstützt es, Kandidaten schnell und einfach zu finden und stellt diese jedem Unternehmen zugänglich.


Attraktive Stellenangebote

Sobald das Unternehmen ihren potenziellen Kandidaten gefunden hat, beginnt die eigentliche Arbeit für sie; sie müssen sich von ihrer besten Seite zeigen. Eine Nachricht allein reicht nicht aus. Es ist wichtig umfassende und gut aufbereitete Informationen am besten mit Bildern und einem Rekrutierungsvideo zu präsentieren, auf welche das Unternehmen bei der Bewerbung verweisen kann. Aus diesen Gründen sind vier Aspekte beim Kontakt wichtig:

  1. Keine Massenmail – sie werden sofort erkannt und landen im Abfall
  2. Fehler vermeiden – es lässt die Nachricht schlampig und unglaubwürdig erscheinen
  3. Persönlich ansprechen – sich auf die Fähigkeiten beziehen und wie diese auf das Jobangebot passen
  4. Angebot – was man zu bieten hat und warum man der beste Arbeitgeber ist

Jetzt ist der Kandidat an der Reihe zu entscheiden, ob er das Angebot für eine potenzielle Anstellung akzeptiere möchte oder nicht. Wenn er damit einverstanden ist, geht das normale, altbekannte Bewerbungsverfahren – Vorstellungsgespräch, Gehaltsverhandlungen und Vertragsunterzeichnung – weiter.


Anwendung im Projektmanagementbereich

Dieses neue Konzept des Reverse Recruiting macht die Anstellungen im Projektmanagementbereich einfacher und angenehmer. Nicht nur für die Freelancer und Consultants auf der Suche nach einer neuen Aufgabe, sondern auch für die Unternehmen mit einem Projektangebot.
Zuerst betrachten wir die Sicht des Unternehmens. Viele Bewerbungsunterlagen durchschauen zu müssen und am Ende möglicherweise nicht einmal einen passenden Kandidaten zu finden ist zeitaufwändig und frustrierend. Reverse Recruiting ist eine sehr praktische Lösung um die Anstrengungen zu reduzieren. Das Unternehmen bestimmt die erforderlichen Fähigkeiten und Expertisen für das Projekt. Basierend auf diesen vordefinierten Anforderungen ziehen sie die richtigen Kandidaten an. Sobald sie sich auf die Bedingungen geeinigt haben, haben sie eine passende Ressource für die Erfüllung der Aufgabe.
Schauen wir uns noch die andere Seite an – die Freelancer und Consultants im Projektmanagement. Selbständig und unabhängig zu sein heisst immer auf der Suche nach einem neuen Projekt zu sein. Reverse Recruiting reduziert den Stress für die richtige Projektsuche. Projekte, die auf das Profil passen, werden angeboten, vorausgesetzt diese sind verfügbar. Es ist die Wahl des Freelancer oder Consultant zu akzeptiere und die Chance zu haben an Aufträgen, an denen sie interessiert sind, und für Unternehmen, die ihre Werte repräsentieren, zu arbeiten. Für Freelancers und Consultants ist es wichtig ihre Profile auf dem Laufenden zu halten und sicherzustellen, dass ihre Online-Präsenz immer hervorragend ist, um die besten Angebote zu erhalten.